Abschlussbericht zum Projekt „Erweiterung des Berufswissens im Bereich der Netzwerktechnik“

Die Kieler zu Besuch in Russland

Geschrieben von Enny Meyer

 

Die Reise begann am Samstagabend 19:30 mit dem Treffen am Ostuferhafen. Nach dem Check-in ging es schon gleich danach per Shuttlebus auf die Fähre. Den Magen an dem Buffet vollgeschlagen, merkten wir auch schon, wie die Fähre sich auf den Weg nach Klaipeda machte. Wir verabschiedeten uns mit einem letzten Blick auf Kiel und genossen mehr oder weniger die Fahrt. Die 20 Stunden, die vor uns lagen vertrieben wir mit Filmen, Kartenspielen oder mit der Aussicht auf die endlose See.

Wir waren alle froh, dass wir alle heil in Klaipeda angekommen waren, jedoch wartete auf uns noch eine 2-stündige Busfahrt, die uns an die Grenze brachte. Kaum die Brücke, die über die Flussgrenze führt, überquert, so fing es auch an zu regnen. Durchnässt und frierend warteten wir, bis alle Schüler und Lehrer durch die Grenzkontrolle durch waren.

Leider lief nicht alles nach Plan und wir mussten 2 Schüler und einen Lehrer zurücklassen, da es bei ihnen Probleme mit den Visa gab. Verärgert nahmen wir uns den Fußweg zum Hotel vor, was zum Glück nicht weit weg von der Grenze entfernt war. Kaum ausgepackt und eingerichtet wurden wir aber auch schon zu einem Festmahl versammelt. Nun noch ´ne Mütze schlaf einholen und schon konnte es mit dem ersten Tag beginnen.

Tag 1

Gut gefrühstückt versammelten wir uns vorm Hotel und begaben uns auf den Weg zur russischen Berufsfachschule. Zusammen lernten wir mit der Deutschlehrerin verschiedene Wörter.

Nun können wir letztendlich alle ya lyublyu RBZ Technik sagen. Danach ging‘s auch gleich weiter. Wir trennten uns jeweils nach Schulen auf und besuchten die Schüler, die wir bereits in Kiel kennenlernen durften, nun in Ihrem alltäglichen Umfeld. Die Techniker zu den Technikern. In einer kurzen Vorstellrunde erzählten wir uns abwechselnd unsere angehende Berufsbezeichnung, Alter, Hobbys und vieles mehr. Danach ging‘s aber auch schon ans Arbeiten. Wir wurden vor eine Aufgabe gestellt, die uns bereits bekannt war, aber doch nicht zu der alltäglichen Tätigkeiten zählt: Patchen. Gemeinsam meisterten wir aber die Aufgabe ein Patchfeld mit einwandfreier Verbindung zu patchen.

Nach der Rally machten wir uns auf den Weg, Bäume zu pflanzen. Aber nicht irgendwo, nein. Wir besuchten den Park, wo die “Allee der Freundschaft” weiter wachsen soll. Drei Bäume für drei Kieler Schulen - aufgereiht neben den Bäumen aus den vergangenen Jahren. Nach erfolgreicher Tätigkeit durften wir unsere erste Freizeit in Russland genießen.

Tag 2

Nach dem prächtigen Frühstück versammelten wir uns in der Lobby des Hotels. Heute sollte es nach Kaliningrad gehen. Also alle in den Bus und auf 2 Stunden nach Kaliningrad. Dort angekommen entpuppte sich die angekündigte Stadtführung als Bustour quer durch die Stadt. Neben historischen Gebäuden sahen wir auch viele Kirchen und Kriegsdenkmäler in der ganzen Stadt. Wir bekamen sogar die Gelegenheit das neu erbaute Stadion uns vom Bus aus anzuschauen. Das ehemalige Königsberg überraschte uns nicht mit dem Regen, mit dem wir schon am Vortag bekannt gemacht wurden. Zusammen aßen wir und trennten uns mit vollgeschlagenem Magen für Freizeit. Ursprünglich war eigentlich eine Tour an die Küste geplant, aber die Mehrheit entschied sich für das Shoppen in der Stadt.

 

Tag 3

Nun wird’s aber Zeit für die Projekttage. Zusammen mit den russischen Schülern bekamen wir Aufgaben, die zunächst einfach schienen. Jedoch wurden wir vor eine Herausforderung gestellt: Die Hardware, die im Labor verbaut ist, war von D-Link. Schon Mal anders also die bekannten Cisco Maschinen. Hinzu kam, dass das ganze per GUI konfiguriert wird. Bislang soweit kein Problem… Wenn man außen vor lässt, dass die Konfigurationsanleitung die wir dazu bekamen auf Russisch war. Nur durch die Bilder und das Textübersetzen vom Translator hat uns das Ganze erleichtert. Die Kommunikation mit den russischen Schülern war anfangs nicht einfach, aber nach und nach lernten beide Seiten den Translator effektiv einzusetzen. Gemeinsam kämpften wir uns durch die Konfiguration der Hardware. Als wir soweit durch waren, testeten wir das Ganze einmal. Leider funktionierte das nicht so wie gewünscht. Mit unserem debugging kamen wir aber leider nur so weit, dass wir feststellen konnten, dass anscheinend das Routing nicht so wollte, wie wir es gerne wollten und sich auch strikt gegen Änderungen gewehrt hatte. Nach mehreren Versuchen, machten wir erstmal eine Pause und spielten zusammen Tischtennis.

Als wir unseren Frust ausgespielt hatten machten wir uns wieder ans Debugging. Aber es blieb nicht viel Zeit, denn es stand Mittag an. Nach dem Mittag konnten wir noch ein paar Stunden Freizeit genießen, bis es schon zum nächsten Programmpunkt kam: Es stand die Einschulung der neuen Berufsschüler an. Anschließend danach ein Discoabend. Tatsächlich glich aber diese Einschulung eher einer Talentshow. Jede Klasse hatte hierfür eine Choreo oder Gag eingeübt. Nach guten zwei Stunden hatten alle Klassen ihre geplante Aufführung vorgeführt und es kam zu einer “Siegerehrung” inklusive Preisen. Danach ging‘s weiter mit Singen und Tanzen in der anschließenden Disco.

Tag 4

Wir näherten uns dem Ende. Mittlerweile hatten wir uns schon so gut eingelebt, sodass wir es gar nicht wahrhaben wollten, dass es am nächsten Tag schon wieder zurückgehen sollte. Also auf in den letzten Tag mit Projektarbeit! Dieses Mal war volles Teamwork nötig, denn in dieser Aufgabe waren 2 Switche und Router gefragt. Und da wir hardwaretechnisch eingeschränkt waren, wurde das Ganze in der großen Gruppe konfiguriert. Konfiguration aufgeteilt - pro Gerät ein Grüppchen von 2-3 Leuten. Soweit so gut, aber wie auch am vorherigen Tage sträubte sich die Hardware...

Vollkommen voneinander getrennt, fingen auf einmal Teile der Switch Konfiguration an, sich auf dem anderen Switch breit zu machen. Nach einigen Versuchen das wieder umzuändern, blieb uns nichts anders übrig, als den Einen komplett ab zu stöpseln, während der Andere konfiguriert wurde. Als wir damit fertig waren, knöpften wir uns den Router vor. Dieser entschied sich aber die Daten, die gespeichert werden sollten, nach einem kurzen Intervall zu löschen und wieder auf default zu springen.

An dieser Stelle war das Frustrationslevel so hoch, dass der Aufbau abgebrochen wurde und wir uns zusammensetzen und auf der Webseite friendship.kotk39.ru uns mit Bilder und Kommentaren verewigten. Nun war es auch Zeit für unsere Gastgeschenke: Wir überreichten all unser Haribo, welches wir aus Deutschland mitgenommen haben. Herr Rasch toppte das Ganze auch nochmal mit neuem Werkzeug, USB-Sticks und Schreibwaren. 

Kurz darauf wurden wir wieder in die Schule gelotst. Angekündigt waren Kaffee & Kuchen. Endergebnis war eine voll versammelte Tischrunde mit Feuerwerk, Kuchen (der super lecker war), Ehrenurkunden und Geschenken. Mit unter anderem war dies auch der letzte Abschied von den russischen Schülern und Lehrern.

Zusammen genossen wir noch die letzten Momente, die uns noch blieben, bevor wir uns von den russischen Schülern verabschiedeten.

Abreise bzw. "Moin Kiel, wir sind wieder da!"

Nach dem Frühstück hatten wir noch ein wenig Freizeit, um die letzten Erledigungen zu besorgen. Mit gepackten Sachen versammelten wir uns vor dem Hotel. Wir lagerten unser Gepäck in einen kleinen Transporter und bewegten uns danach zu dem Heimatmuseum. In einer spannenden Führung erfuhren wir mehr über die Geschichte von Tilsit/Sovetsk. Zutreffender zusammenfassender Auschnitt von der Webseite: Die Ausstellung des Museums spiegelt die Glanzmomente der jahrhundertealten Geschichte der Stadt wider. Wir hatten nach der Führung noch ein wenig Zeit die Ausstellungen des Militärmuseums zu begutachten, doch danach war es Zeit, sich mit dem Gepäck an der Zollgrenze zu versammeln und uns wieder auf den Weg nach Kiel zu machen. Wer hätte es gedacht? Es fing natürlich wieder an zu nieseln. Also schnell über die Zollkontrolle, welche einige schwitzen ließ und ab in den Bus, der uns wieder zum Hafen Litauens bringen sollte. Und nach einigen Stunden stürmischer Fahrt empfing uns Kiel auch schon mit offenen Armen und einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Gestrandet in Litauen

Geschrieben von Diana Straub

 

Während die meisten von uns heil und sicher über die russische Grenze gekommen sind, durften drei von uns nicht rüber - wir wussten noch nicht, was weiter mit uns geschieht oder was auf uns zukommt. Das hatte zur Folge, dass wir uns kurzfristig einen Schlafplatz an der Grenze organisieren mussten. Nach einem kurzen Fußmarsch zurück nach Litauen, konnten wir Mithilfe der russischen Lehrerinnen einen Schlafplatz finden. Unmittelbar hinter der Grenze gab es ein kleines Café, dazu gehörte noch ein Gebäude, in dem wir unsere Nacht verbringen durften…

Gerade angekommen, wurde uns direkt das Zimmer gezeigt. Der Schock war nur kurz. Das Zimmer war, wie wir erfuhren, nur selten genutzt und hauptsächlich für Personen gedacht, die ggf. Autos über die Grenze bringen möchten. Dementsprechend sah es auch aus: Die Dame, die uns das Zimmer zeigte erklärte, dass es kalt sei - der Besitzer heizt nicht, lohnt nicht. Wir mussten zu dritt in dem Zimmer übernachten, es war neben den drei Betten weiterhin sehr zufällig zusammengewürfelt. Neben einem TV-Tisch mit Fernseher gab es noch einen kleinen Kühlschrank (beides nicht angeschlossen) und auch einen großen Kleiderschrank, den man jedoch auch nicht verwenden konnte, aus Angst dieser bricht in sich zusammen. Eher gruselig wurde es im Bad, nachdem wir über 20 Stunden unterwegs waren, fürchteten wir uns davor, eine Dusche zu nehmen, ein Bild erspare ich hier lieber. Und auch sonst war es im Bad mit der Privatsphäre schwer, da die Tür leicht klemmte und sich daher nicht vollständig schließen ließ. Über die technischen Sicherheiten fange ich erst nicht an zu berichten, die Steckdosen hatten ein Eigenleben, getrennt von der Wand.

Das Abendessen

Da es sehr spät war und wir uns sehr weit außerhalb von jeglicher anderer Zivilisation befanden, mussten wir uns was zu essen organisieren... Ein Glück waren die russischen Lehrerinnen so nett und haben uns was mitgebracht, sodass wir nicht hungrig ins Bett mussten. Was wir nicht bedacht haben: Wir brauchen Besteck! Also haben wir unser Kartoffelpüree mit Styropor gegessen und unser Fleisch mit Styropor geschnitten, und nein es hat nicht funktioniert. Letztendlich haben wir den Tag ausklingen lassen und uns in die Betten begeben.

Tag 1, Version 2

Als für die Anderen der 1. Tag in Russland begann, haben wir uns am Morgen in Litauen an der Grenze wiedergefunden. Nach einer kurzen Morgenroutine ging es gleich ins benachbarte Café zum Frühstück, wo uns neben Kaffee ein leckeres, deftiges Essen erwartete: Gebratene Blinis, gefüllt mit Frischkäse, serviert mit Marmelade und Schmand. Lecker!

Kurz nach dem Frühstück haben wir bereits erfahren, dass ein Neu-Antrag des Visums bis zu vier Tage dauern würde und uns so nur noch die Abreise als Option bleibt. Selbst die “Mächtigsten” im Konsulat konnten uns nicht helfen. Nun hieß es warten, bis uns die russischen Lehrerinnen abholen und zurück nach Klaipéda bringen.

Während des Wartens, schauten wir uns, unsere Unterkunft von außen genauer an: Draußen vor dem Gebäude, in dem wir übernachtet haben, hatten wir eine kleine Auswahl an Sitzmöglichkeiten ? Und scheinbar gab es dort auch (einst) eine ? Sauna . Sobald man das Gebäude verließ, sah man einen alten Brunnen, leider wurde dieser scheinbar länger nicht genutzt und doch liebevoll dekoriert. Neben unserer Unterkunft, dem Grenzübergang und dem Café, gab es in der Ortschaft nur wenig bewohnte oder gar bewohnbare Häuser. Einige waren zerfallen oder nur sehr heruntergekommen. In der kleinen Ort lebten nur wenig Menschen, die meisten machten auf ihrer Reise über die Grenze im Café eine kleine Pause, um dort das leckere Essen zu genießen. 

Weiterhin bestand unser erster Tag aus Warten und Warten und noch mehr Warten. Bis wir letztendlich abgeholt, verabschiedet und ins Taxi gesetzt wurden, das uns schließlich zurück nach Klaipéda brachte. Und dann? ? Weiter warten! In Klaipéda angekommen, mussten wir versuchen die Tickets umzubuchen, damit wir zurück nach Kiel können. Nach einigen Telefonaten mit dem deutschen Reisebüro aus Kiel, das die Reise für uns organisiert hat, konnten die Tickets erfolgreich umgebucht werden. Ein weiterer Erfolg, nun mussten wir nur noch einige Stunden warten, da die Fähre auch wieder erst um 22 Uhr abgelegt hat. Und wer hätte es gedacht, wir waren so ziemlich die einzigen am Hafen. Die nächsten Stunden waren wir zu dritt am Tisch in der Cafeteria gesessen und miteinander geredet. Und dann ging es endlich auf die Fähre!

Ankunft in Kiel

Die Überfahrt verlief, wie auch auf der Hinfahrt, gut. Wir hatten unsere eigenen Kajüten, in denen wir die Nacht verbringen konnten. Das Essen unterschied sich nicht von dem auf der Hinfahrt und auch das Wetter war gut. Weiterhin vertrieben wir uns die Zeit mit reden, essen oder Musik hören, da vor uns noch ein weiter Weg lag. Am Abend haben wir uns noch entspannt und ein Bier zusammen getrunken. Dann ging es auch schon ins Bett, neue Kraft tanken mit Vorfreude auf Zuhause. Am späten Nachmittag des Folgetages war es dann endlich so weit: Wir konnten endlich Kiel sehen! Nur noch ein bisschen, dann sind wir da und dabei haben wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten…

Kiel, wir sind wieder da!

 

 

Abschlussbericht zum Projekt „Erweiterung des Berufswissens im Bereich der Netzwerktechnik“

Die Kieler zu Besuch in Russland

Geschrieben von Enny Meyer

 

Die Reise begann am Samstagabend 19:30 mit dem Treffen am Ostuferhafen. Nach dem Check-in ging es schon gleich danach per Shuttlebus auf die Fähre. Den Magen an dem Buffet vollgeschlagen, merkten wir auch schon, wie die Fähre sich auf den Weg nach Klaipeda machte. Wir verabschiedeten uns mit einem letzten Blick auf Kiel und genossen mehr oder weniger die Fahrt. Die 20 Stunden, die vor uns lagen vertrieben wir mit Filmen, Kartenspielen oder mit der Aussicht auf die endlose See.

Wir waren alle froh, dass wir alle heil in Klaipeda angekommen waren, jedoch wartete auf uns noch eine 2-stündige Busfahrt, die uns an die Grenze brachte. Kaum die Brücke, die über die Flussgrenze führt, überquert, so fing es auch an zu regnen. Durchnässt und frierend warteten wir, bis alle Schüler und Lehrer durch die Grenzkontrolle durch waren.

Leider lief nicht alles nach Plan und wir mussten 2 Schüler und einen Lehrer zurücklassen, da es bei ihnen Probleme mit den Visa gab. Verärgert nahmen wir uns den Fußweg zum Hotel vor, was zum Glück nicht weit weg von der Grenze entfernt war. Kaum ausgepackt und eingerichtet wurden wir aber auch schon zu einem Festmahl versammelt. Nun noch ´ne Mütze schlaf einholen und schon konnte es mit dem ersten Tag beginnen.

Tag 1

Gut gefrühstückt versammelten wir uns vorm Hotel und begaben uns auf den Weg zur russischen Berufsfachschule. Zusammen lernten wir mit der Deutschlehrerin verschiedene Wörter.

Nun können wir letztendlich alle ya lyublyu RBZ Technik sagen. Danach ging‘s auch gleich weiter. Wir trennten uns jeweils nach Schulen auf und besuchten die Schüler, die wir bereits in Kiel kennenlernen durften, nun in Ihrem alltäglichen Umfeld. Die Techniker zu den Technikern. In einer kurzen Vorstellrunde erzählten wir uns abwechselnd unsere angehende Berufsbezeichnung, Alter, Hobbys und vieles mehr. Danach ging‘s aber auch schon ans Arbeiten. Wir wurden vor eine Aufgabe gestellt, die uns bereits bekannt war, aber doch nicht zu der alltäglichen Tätigkeiten zählt: Patchen. Gemeinsam meisterten wir aber die Aufgabe ein Patchfeld mit einwandfreier Verbindung zu patchen.

Nach der Rally machten wir uns auf den Weg, Bäume zu pflanzen. Aber nicht irgendwo, nein. Wir besuchten den Park, wo die “Allee der Freundschaft” weiter wachsen soll. Drei Bäume für drei Kieler Schulen - aufgereiht neben den Bäumen aus den vergangenen Jahren. Nach erfolgreicher Tätigkeit durften wir unsere erste Freizeit in Russland genießen.

Tag 2

Nach dem prächtigen Frühstück versammelten wir uns in der Lobby des Hotels. Heute sollte es nach Kaliningrad gehen. Also alle in den Bus und auf 2 Stunden nach Kaliningrad. Dort angekommen entpuppte sich die angekündigte Stadtführung als Bustour quer durch die Stadt. Neben historischen Gebäuden sahen wir auch viele Kirchen und Kriegsdenkmäler in der ganzen Stadt. Wir bekamen sogar die Gelegenheit das neu erbaute Stadion uns vom Bus aus anzuschauen. Das ehemalige Königsberg überraschte uns nicht mit dem Regen, mit dem wir schon am Vortag bekannt gemacht wurden. Zusammen aßen wir und trennten uns mit vollgeschlagenem Magen für Freizeit. Ursprünglich war eigentlich eine Tour an die Küste geplant, aber die Mehrheit entschied sich für das Shoppen in der Stadt.

 

Tag 3

Nun wird’s aber Zeit für die Projekttage. Zusammen mit den russischen Schülern bekamen wir Aufgaben, die zunächst einfach schienen. Jedoch wurden wir vor eine Herausforderung gestellt: Die Hardware, die im Labor verbaut ist, war von D-Link. Schon Mal anders also die bekannten Cisco Maschinen. Hinzu kam, dass das ganze per GUI konfiguriert wird. Bislang soweit kein Problem… Wenn man außen vor lässt, dass die Konfigurationsanleitung die wir dazu bekamen auf Russisch war. Nur durch die Bilder und das Textübersetzen vom Translator hat uns das Ganze erleichtert. Die Kommunikation mit den russischen Schülern war anfangs nicht einfach, aber nach und nach lernten beide Seiten den Translator effektiv einzusetzen. Gemeinsam kämpften wir uns durch die Konfiguration der Hardware. Als wir soweit durch waren, testeten wir das Ganze einmal. Leider funktionierte das nicht so wie gewünscht. Mit unserem debugging kamen wir aber leider nur so weit, dass wir feststellen konnten, dass anscheinend das Routing nicht so wollte, wie wir es gerne wollten und sich auch strikt gegen Änderungen gewehrt hatte. Nach mehreren Versuchen, machten wir erstmal eine Pause und spielten zusammen Tischtennis.

Als wir unseren Frust ausgespielt hatten machten wir uns wieder ans Debugging. Aber es blieb nicht viel Zeit, denn es stand Mittag an. Nach dem Mittag konnten wir noch ein paar Stunden Freizeit genießen, bis es schon zum nächsten Programmpunkt kam: Es stand die Einschulung der neuen Berufsschüler an. Anschließend danach ein Discoabend. Tatsächlich glich aber diese Einschulung eher einer Talentshow. Jede Klasse hatte hierfür eine Choreo oder Gag eingeübt. Nach guten zwei Stunden hatten alle Klassen ihre geplante Aufführung vorgeführt und es kam zu einer “Siegerehrung” inklusive Preisen. Danach ging‘s weiter mit Singen und Tanzen in der anschließenden Disco.

Tag 4

Wir näherten uns dem Ende. Mittlerweile hatten wir uns schon so gut eingelebt, sodass wir es gar nicht wahrhaben wollten, dass es am nächsten Tag schon wieder zurückgehen sollte. Also auf in den letzten Tag mit Projektarbeit! Dieses Mal war volles Teamwork nötig, denn in dieser Aufgabe waren 2 Switche und Router gefragt. Und da wir hardwaretechnisch eingeschränkt waren, wurde das Ganze in der großen Gruppe konfiguriert. Konfiguration aufgeteilt - pro Gerät ein Grüppchen von 2-3 Leuten. Soweit so gut, aber wie auch am vorherigen Tage sträubte sich die Hardware...

Vollkommen voneinander getrennt, fingen auf einmal Teile der Switch Konfiguration an, sich auf dem anderen Switch breit zu machen. Nach einigen Versuchen das wieder umzuändern, blieb uns nichts anders übrig, als den Einen komplett ab zu stöpseln, während der Andere konfiguriert wurde. Als wir damit fertig waren, knöpften wir uns den Router vor. Dieser entschied sich aber die Daten, die gespeichert werden sollten, nach einem kurzen Intervall zu löschen und wieder auf default zu springen.

An dieser Stelle war das Frustrationslevel so hoch, dass der Aufbau abgebrochen wurde und wir uns zusammensetzen und auf der Webseite friendship.kotk39.ru uns mit Bilder und Kommentaren verewigten. Nun war es auch Zeit für unsere Gastgeschenke: Wir überreichten all unser Haribo, welches wir aus Deutschland mitgenommen haben. Herr Rasch toppte das Ganze auch nochmal mit neuem Werkzeug, USB-Sticks und Schreibwaren. 

Kurz darauf wurden wir wieder in die Schule gelotst. Angekündigt waren Kaffee & Kuchen. Endergebnis war eine voll versammelte Tischrunde mit Feuerwerk, Kuchen (der super lecker war), Ehrenurkunden und Geschenken. Mit unter anderem war dies auch der letzte Abschied von den russischen Schülern und Lehrern.

Zusammen genossen wir noch die letzten Momente, die uns noch blieben, bevor wir uns von den russischen Schülern verabschiedeten.

Abreise bzw. "Moin Kiel, wir sind wieder da!"

Nach dem Frühstück hatten wir noch ein wenig Freizeit, um die letzten Erledigungen zu besorgen. Mit gepackten Sachen versammelten wir uns vor dem Hotel. Wir lagerten unser Gepäck in einen kleinen Transporter und bewegten uns danach zu dem Heimatmuseum. In einer spannenden Führung erfuhren wir mehr über die Geschichte von Tilsit/Sovetsk. Zutreffender zusammenfassender Auschnitt von der Webseite: Die Ausstellung des Museums spiegelt die Glanzmomente der jahrhundertealten Geschichte der Stadt wider. Wir hatten nach der Führung noch ein wenig Zeit die Ausstellungen des Militärmuseums zu begutachten, doch danach war es Zeit, sich mit dem Gepäck an der Zollgrenze zu versammeln und uns wieder auf den Weg nach Kiel zu machen. Wer hätte es gedacht? Es fing natürlich wieder an zu nieseln. Also schnell über die Zollkontrolle, welche einige schwitzen ließ und ab in den Bus, der uns wieder zum Hafen Litauens bringen sollte. Und nach einigen Stunden stürmischer Fahrt empfing uns Kiel auch schon mit offenen Armen und einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Gestrandet in Litauen

Geschrieben von Diana Straub

 

Während die meisten von uns heil und sicher über die russische Grenze gekommen sind, durften drei von uns nicht rüber - wir wussten noch nicht, was weiter mit uns geschieht oder was auf uns zukommt. Das hatte zur Folge, dass wir uns kurzfristig einen Schlafplatz an der Grenze organisieren mussten. Nach einem kurzen Fußmarsch zurück nach Litauen, konnten wir Mithilfe der russischen Lehrerinnen einen Schlafplatz finden. Unmittelbar hinter der Grenze gab es ein kleines Café, dazu gehörte noch ein Gebäude, in dem wir unsere Nacht verbringen durften…

Gerade angekommen, wurde uns direkt das Zimmer gezeigt. Der Schock war nur kurz. Das Zimmer war, wie wir erfuhren, nur selten genutzt und hauptsächlich für Personen gedacht, die ggf. Autos über die Grenze bringen möchten. Dementsprechend sah es auch aus: Die Dame, die uns das Zimmer zeigte erklärte, dass es kalt sei - der Besitzer heizt nicht, lohnt nicht. Wir mussten zu dritt in dem Zimmer übernachten, es war neben den drei Betten weiterhin sehr zufällig zusammengewürfelt. Neben einem TV-Tisch mit Fernseher gab es noch einen kleinen Kühlschrank (beides nicht angeschlossen) und auch einen großen Kleiderschrank, den man jedoch auch nicht verwenden konnte, aus Angst dieser bricht in sich zusammen. Eher gruselig wurde es im Bad, nachdem wir über 20 Stunden unterwegs waren, fürchteten wir uns davor, eine Dusche zu nehmen, ein Bild erspare ich hier lieber. Und auch sonst war es im Bad mit der Privatsphäre schwer, da die Tür leicht klemmte und sich daher nicht vollständig schließen ließ. Über die technischen Sicherheiten fange ich erst nicht an zu berichten, die Steckdosen hatten ein Eigenleben, getrennt von der Wand.

Das Abendessen

Da es sehr spät war und wir uns sehr weit außerhalb von jeglicher anderer Zivilisation befanden, mussten wir uns was zu essen organisieren... Ein Glück waren die russischen Lehrerinnen so nett und haben uns was mitgebracht, sodass wir nicht hungrig ins Bett mussten. Was wir nicht bedacht haben: Wir brauchen Besteck! Also haben wir unser Kartoffelpüree mit Styropor gegessen und unser Fleisch mit Styropor geschnitten, und nein es hat nicht funktioniert. Letztendlich haben wir den Tag ausklingen lassen und uns in die Betten begeben.

Tag 1, Version 2

Als für die Anderen der 1. Tag in Russland begann, haben wir uns am Morgen in Litauen an der Grenze wiedergefunden. Nach einer kurzen Morgenroutine ging es gleich ins benachbarte Café zum Frühstück, wo uns neben Kaffee ein leckeres, deftiges Essen erwartete: Gebratene Blinis, gefüllt mit Frischkäse, serviert mit Marmelade und Schmand. Lecker!

Kurz nach dem Frühstück haben wir bereits erfahren, dass ein Neu-Antrag des Visums bis zu vier Tage dauern würde und uns so nur noch die Abreise als Option bleibt. Selbst die “Mächtigsten” im Konsulat konnten uns nicht helfen. Nun hieß es warten, bis uns die russischen Lehrerinnen abholen und zurück nach Klaipéda bringen.

Während des Wartens, schauten wir uns, unsere Unterkunft von außen genauer an: Draußen vor dem Gebäude, in dem wir übernachtet haben, hatten wir eine kleine Auswahl an Sitzmöglichkeiten ? Und scheinbar gab es dort auch (einst) eine ? Sauna . Sobald man das Gebäude verließ, sah man einen alten Brunnen, leider wurde dieser scheinbar länger nicht genutzt und doch liebevoll dekoriert. Neben unserer Unterkunft, dem Grenzübergang und dem Café, gab es in der Ortschaft nur wenig bewohnte oder gar bewohnbare Häuser. Einige waren zerfallen oder nur sehr heruntergekommen. In der kleinen Ort lebten nur wenig Menschen, die meisten machten auf ihrer Reise über die Grenze im Café eine kleine Pause, um dort das leckere Essen zu genießen. 

Weiterhin bestand unser erster Tag aus Warten und Warten und noch mehr Warten. Bis wir letztendlich abgeholt, verabschiedet und ins Taxi gesetzt wurden, das uns schließlich zurück nach Klaipéda brachte. Und dann? ? Weiter warten! In Klaipéda angekommen, mussten wir versuchen die Tickets umzubuchen, damit wir zurück nach Kiel können. Nach einigen Telefonaten mit dem deutschen Reisebüro aus Kiel, das die Reise für uns organisiert hat, konnten die Tickets erfolgreich umgebucht werden. Ein weiterer Erfolg, nun mussten wir nur noch einige Stunden warten, da die Fähre auch wieder erst um 22 Uhr abgelegt hat. Und wer hätte es gedacht, wir waren so ziemlich die einzigen am Hafen. Die nächsten Stunden waren wir zu dritt am Tisch in der Cafeteria gesessen und miteinander geredet. Und dann ging es endlich auf die Fähre!

Ankunft in Kiel

Die Überfahrt verlief, wie auch auf der Hinfahrt, gut. Wir hatten unsere eigenen Kajüten, in denen wir die Nacht verbringen konnten. Das Essen unterschied sich nicht von dem auf der Hinfahrt und auch das Wetter war gut. Weiterhin vertrieben wir uns die Zeit mit reden, essen oder Musik hören, da vor uns noch ein weiter Weg lag. Am Abend haben wir uns noch entspannt und ein Bier zusammen getrunken. Dann ging es auch schon ins Bett, neue Kraft tanken mit Vorfreude auf Zuhause. Am späten Nachmittag des Folgetages war es dann endlich so weit: Wir konnten endlich Kiel sehen! Nur noch ein bisschen, dann sind wir da und dabei haben wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten…

Kiel, wir sind wieder da!