Logo Schule Split

Im Rahmen des Europaprojektes Erasmus+ haben wir schon 2015 den Kontakt zur Technischen Berufsschule in Split hergestellt. Bei dieser Aktivität handelte es sich um einen Austausch nur von Lehrkräften, um sich über den Beruf des technischen Lehrers und die Ausbildungsrahmenbedingungen in Kroatien zu informieren. Ein besonderer Fokus lag auf Gesprächen mit Ausbildern kroatischer und deutscher Ausbildungsbetriebe.

Am 25.09. machten sich dann drei Kollegen unserer Schule und zwei Ausbilder eines großen Kieler Autohauses auf die Reise nach Split, Adriaküste. Am Rande der historischen Altstadt der 200.000 Einwohner Metropole befindet sich die Schule "OBRTNA TEHNI?KA ŠKOLA SPLIT", die ca. 500 Jugendliche ausschließlich in technischen Berufen ausbildet. Auch hier sind es zunehmend männliche Auszubildende, die auf einen Job innerhalb von drei bzw. 4 Jahren vorbereitet werden.

Die Schule hat 2013 einen Neubau erhalten, der einen modernen, aber einfachen Eindruck macht. In Gesprächen mit dem Schulleiter Renato Zuvela wurde deutlich, dass besonders die geringe finanzielle Ausstattung durch den kroatischen Schulträger problematisch sei. Es fehlen Anschauungsmodelle von Lehrmittelherstellern, eine Werkstatt für Kfz-Mechatroniker gibt es an der Schule nicht.

Diesen augenscheinlichen Mangel gleichen die Lehrkräfte mit einem hohen Maß an Engagement aus. Sie erstellen mit hoher Fachkompetenz Unterrichtsmodelle und Arbeitsmaterialien, die von den Schülern gut angenommen werden. Die beim Start in die Ausbildung (die Ausbildung in den 62 Handwerksberufen kann dual oder vollzeitschulisch stattfinden) erst 14-jährigen Schüler haben, nach Aussage der Schulpsychologin Sanja Novak, Motivationsprobleme und oftmals Schwierigkeiten, sich im Unterricht einzuordnen.

Die Schule achtet daher sehr auf Disziplin. Uns fiel schon am Eingang zur Schule das Schild auf, welches die Kleiderordnung regelt. Zudem stehen zur Begrüßung am Beginn der Unterrichtsstunde alle Schüler auf. Ein respektvoller Umgang miteinander wird so auch durch Gesten gelebt. Aber nicht nur Regeln, auch gemeinsame Aktionen fördern das gute Unterrichtsklima: Teilnahme an Berufswettbewerben, Unterstützung gemeinnütziger Aktionen durch den Bau von Gebrauchsgegenständen, Europaaktivitäten, Sport als fester Unterrichtsbestandteil.

Interessant ist die Gestaltung der Unterrichtszeiten, so wird im Schichtbetrieb gearbeitet, d.h. es werden auch nachmitags Schüler unterrichtet. Auf diese Weise kann fast immer in den Laboren bzw. den wenigen Werkstätten gearbeitet werden. Dies ist allerdings nicht im Sommer möglich, da die hohen Temperaturen ein Lernen unmöglich machen. Eine Anekdote ließ uns alle schmunzeln: spielt der Heimatverein Hajduk Split Fußball, so wird der Untericht rechtzeitig beendet, damit auch jeder Schüler die Möglichkeit hat, das Spiel zu schauen. Kann das auch eine Anregung für uns sein?

Wir haben die kroatischen Kollegen als sehr gastfreundlich und interessiert am kulturellen Austausch erlebt. Im Rahmenprogramm des Projektes war es uns möglich, die historische Altstadt Splits zu erkunden und in die Zeit der Herrschaft durch das römische Reich einzutauchen. Interessant sind die Parallelen zu Kiel: die Stadt am Wasser ist geprägt durch den Hafen mit den verschiedenen großen und kleinen Fähren.

Es gibt eine Schiffswerft, die allerdings die Schiffsbaukrise immer noch spürt und sich im Konkursverfahren befindet. Der Tourismus ist der Arbeitgeber Nr. 1 in Split, was bei dem herrlichen Wetter selbst Ende September und der interessanten Küste mit vielen vorgelagerten Inseln nicht verwundert.

Matthias Nienaß, Oktober 2016

Ankunft in Split
Ankunft in Split
Blick auf die Altstadt
Blick auf die Altstadt
Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen
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Im Rahmen des Europaprojektes Erasmus+ haben wir schon 2015 den Kontakt zur Technischen Berufsschule in Split hergestellt. Bei dieser Aktivität handelte es sich um einen Austausch nur von Lehrkräften, um sich über den Beruf des technischen Lehrers und die Ausbildungsrahmenbedingungen in Kroatien zu informieren. Ein besonderer Fokus lag auf Gesprächen mit Ausbildern kroatischer und deutscher Ausbildungsbetriebe.

Am 25.09. machten sich dann drei Kollegen unserer Schule und zwei Ausbilder eines großen Kieler Autohauses auf die Reise nach Split, Adriaküste. Am Rande der historischen Altstadt der 200.000 Einwohner Metropole befindet sich die Schule "OBRTNA TEHNI?KA ŠKOLA SPLIT", die ca. 500 Jugendliche ausschließlich in technischen Berufen ausbildet. Auch hier sind es zunehmend männliche Auszubildende, die auf einen Job innerhalb von drei bzw. 4 Jahren vorbereitet werden.

Die Schule hat 2013 einen Neubau erhalten, der einen modernen, aber einfachen Eindruck macht. In Gesprächen mit dem Schulleiter Renato Zuvela wurde deutlich, dass besonders die geringe finanzielle Ausstattung durch den kroatischen Schulträger problematisch sei. Es fehlen Anschauungsmodelle von Lehrmittelherstellern, eine Werkstatt für Kfz-Mechatroniker gibt es an der Schule nicht.

Diesen augenscheinlichen Mangel gleichen die Lehrkräfte mit einem hohen Maß an Engagement aus. Sie erstellen mit hoher Fachkompetenz Unterrichtsmodelle und Arbeitsmaterialien, die von den Schülern gut angenommen werden. Die beim Start in die Ausbildung (die Ausbildung in den 62 Handwerksberufen kann dual oder vollzeitschulisch stattfinden) erst 14-jährigen Schüler haben, nach Aussage der Schulpsychologin Sanja Novak, Motivationsprobleme und oftmals Schwierigkeiten, sich im Unterricht einzuordnen.

Die Schule achtet daher sehr auf Disziplin. Uns fiel schon am Eingang zur Schule das Schild auf, welches die Kleiderordnung regelt. Zudem stehen zur Begrüßung am Beginn der Unterrichtsstunde alle Schüler auf. Ein respektvoller Umgang miteinander wird so auch durch Gesten gelebt. Aber nicht nur Regeln, auch gemeinsame Aktionen fördern das gute Unterrichtsklima: Teilnahme an Berufswettbewerben, Unterstützung gemeinnütziger Aktionen durch den Bau von Gebrauchsgegenständen, Europaaktivitäten, Sport als fester Unterrichtsbestandteil.

Interessant ist die Gestaltung der Unterrichtszeiten, so wird im Schichtbetrieb gearbeitet, d.h. es werden auch nachmitags Schüler unterrichtet. Auf diese Weise kann fast immer in den Laboren bzw. den wenigen Werkstätten gearbeitet werden. Dies ist allerdings nicht im Sommer möglich, da die hohen Temperaturen ein Lernen unmöglich machen. Eine Anekdote ließ uns alle schmunzeln: spielt der Heimatverein Hajduk Split Fußball, so wird der Untericht rechtzeitig beendet, damit auch jeder Schüler die Möglichkeit hat, das Spiel zu schauen. Kann das auch eine Anregung für uns sein?

Wir haben die kroatischen Kollegen als sehr gastfreundlich und interessiert am kulturellen Austausch erlebt. Im Rahmenprogramm des Projektes war es uns möglich, die historische Altstadt Splits zu erkunden und in die Zeit der Herrschaft durch das römische Reich einzutauchen. Interessant sind die Parallelen zu Kiel: die Stadt am Wasser ist geprägt durch den Hafen mit den verschiedenen großen und kleinen Fähren.

Es gibt eine Schiffswerft, die allerdings die Schiffsbaukrise immer noch spürt und sich im Konkursverfahren befindet. Der Tourismus ist der Arbeitgeber Nr. 1 in Split, was bei dem herrlichen Wetter selbst Ende September und der interessanten Küste mit vielen vorgelagerten Inseln nicht verwundert.

Matthias Nienaß, Oktober 2016

Ankunft in Split
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Blick auf die Altstadt
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Blick auf den Hafen
Blick auf den Hafen